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6. Brückenbau und Gleisverlegung

In der letzten Phase des Projektbaus haben wir uns schon einmal mit der Gestaltung von Bergen (Felswänden) vertraut gemacht. Das Gegenstück - die Täler - benötigen nicht nur unser gestalterisches Geschick, sondern müssen auch von der Modellbahn überwunden werden.

Für das Überwinden eben solcher Hindernisse bietet gerade das Vorbild eine Vielzahl von Möglichkeiten. Da gibt es die "einfache" Brücke aus Holz, Stein oder Stahl, das Viadukt und manch andere je nach geologischer Gegebenheit notwendige oder auch ausgefallene Konstruktion der "großen" Eisenbahner.
Auf unserer kleinen Modellbahnanlage ist zwar kein Tal im eigentlichen Sinne zu überqueren, es handelt sich aber dennoch um einen Geländeeinschnitt der nur mit einem technischen Hilfsmittel wie eine Brücke überwunden werden kann.

Geländeeinschnitt


Die folgende Schemata-Zeichnung soll einen solchen Brückenschlag veranschaulichen. Die Gleise, deren Gleisbett hier braun dargestellt ist, verlaufen so über den "Abgrund" als sie würden schweben. Von unten werden die Gleise ohne Bodenkontakt mit einer Brückenkonstruktion fixiert. Die Brücke wird an ihren Enden von den Brückenpfeilern getragen.
Schemata-Zeichnung des Brückenschlags

Auf unsere Modellbahnanlage bezogen, begann die Überquerung der Schlucht, nicht mit der Überwindung eines ganz anderen Hindernisses.
Die für diese Epoche der Modellbahnalage und für diesen Geländeabschnitt geeignete Brücke musste ersteinmal gefunden werden. Wobei die hier gemeinte Eignung einer bestimmten Brückenart eher subjektiven Charakter hat. Es sollte eine Stahlträgerbrücke mit einem einfachen Geländer sein. Leider ist eine solche Brücke im TT-Sortiment diverser Hersteller nur schwer zu finden. Darum benutzen wir hier eine Brücke die zwar den Vorstellungen genau entspricht, nicht jedoch dem Massstab - und ganz ehrlich, wenn man es nicht ran schreibt, ist es kaum zu erkennen, dass es sich um eine Brücke der Nenngrösse H0 handelt.

Fertiger Brückenschlag 1

Das obige Bild zeigt die fast fertiggestellte Überwindung des Geländeeinschnittes mit einer Stahlträgerbrücke. Doch bis dahin ist noch einiges zu tun:

Zunächst sollte im Bereich vor und nach der Brücke bereits Gleismaterial verlegt werden. Damit ist es leichter die genaue Position (Höhe) der Brücke zu bestimmen. Beim Verlegen der Gleise ist darauf zu achten, dass auch das Gleisbett - der Schotter - nachgebildet wird. Im Modell hat der Schotter keine wirkliche Aufgabe. Das Gleisbett dient im Modellbahnbau meist nur der Schallisolierung.

Es gibt verschiedene Arten der Gleisverlegung.
Eine ist die Bildung des Grundbettes mit flachen Korkstreifen. Auf diesen Streifen wird dann das Gleismaterial, also die Schwellen mit den Scheinenprofilen, fixiert und mit losem, im Handel erhältlichen Modellschotter eingeschottert. Bei dieser Methode sind das Gleismaterial, der Schotter und die Grundplatte untrennbar mit einander verbunden.

Eine andere Methode ist es fertiges Gleisbettmaterial aus dem Handel zu nutzen. Es Handelt sich dabei um eine Art ausgehärteten Schaumstoff der mit Modellschotter beklebt ist. In diesen fertigen Gleisbettteilen sind bereits "Abdrücke" des Gleismaterials eingearbeitet, so dass die Schwellen nur noch leicht in das Gleisbett gedrückt werden müssen und schon - fertig.

Für die letztere Gleisbett-Variante haben wir uns bei diesem Projekt entschieden. Neben dem Gleisbett selbst machen wir uns noch ein paar Gedanken über das Gleismaterial.
Hier gibt es im Handel fertige Gleisstücken der verschiendensten längen und Radien. Durch sehr einfaches in einander stecken der einzelnen Gleisteile kann man sein Streckennetz im Modell nachbauen. Hier hat man nun sehr viele Gleisübergänge und Steckverbindungen, welche die Betriebssicherheit der Modellbahn negativ beeinflussen können.

Daher haben wir eine andere Möglichkeit gewählt.
Um auch dabei nicht auf die standard Modellgleislängen und Radien verzichten zu müssen, haben wir davon Schwellenbänder im Handel beschaft - ohne aufgebrachtes Schienenprofiel. Dazu loses Schienenprofil, welches in 1 Meter langen Stücken zu erwerben ist.
Gleise Verlegen

Die Gleisverlegearbeiten gestalteten sich anschleissend wie folgt:
  1. Gleisbettstücken Abschnittweise verlegt (lose)
  2. Schwellenband eingedrückt
  3. Schienenprofil in die Schwellenbänder eingeschoben
  4. Gleisabschnitt fixiert durch ankleben des Gleisbettes an der Grundplatte
Auf diese Weise minimieren sich nicht nur die Gleisübergänge, auch das Portemonais wird spürbar geschohnt.

Wir verlegen die Gleise nun vor und nach der Schlucht. Das Gleisbett endet jeweils genau dort, wo der Brückenkörper beginnen soll. Abschliessen kann man das Schotterbet z.Bsp. mit einer hochkannt liegenden Schwelle. Über die Schlucht wird das Gleis schwebend verlegt und dann von unten der Brückenkörper an das Gleisherangeführt. Der Brückenkörper wird nun mit den Brückenpfeilern gestützt. Die Höhe der Brückenpfeiler lässt sich mit kleinen Unterlagen, wie Sperrholzresten oder dicker Pappe variieren. Der Brückenkörper muss so platziert werden, dass er das über ihn verlaufende Gleis nicht anhebt, es sich aber auch nicht durchbiegt, wenn es durch einen Zug belastet wird.
Wenn die richtige Position gefunden ist, können zunächst die Brückenpfeiler und anschliessend der Brückenkörper mit Klebstoff fixiert werden.

Fertiger Brückenschlag 2


Nachdem die Brücke nun steht können wir die weiteren Gleise der Modellbahnanlage verlegen. Der Bahnhofsbereich der kleinen Stadt sieht mit Gleisen etwa so aus:

Gleise Verlegen im Bahnhofsbereich

Zu erkennen ist, dass im linken Bereich bereits ein kleiner Güterschuppen mit Verlademöglichkeit platziert wurde.